Ein Tag wie ein Geschenk

… Der Tag begann hell und sonnig. Voller Erwartung entschied ich, mein Auto in einem Vorortsteil Deiner Stadt abzustellen und von dort zu Fuß zum 3,5 km entfernten Tagungsort zu gehen. Seitdem ich fast täglich Runden zwischen 6 und 10 km drehe, spielen solche Entfernungen keine Rolle mehr. 😉

Der Weg führte mich durch den Park, den ich so liebe, am Schlossplatz vorbei, durch romantische Gässchen, bekannte Plätze. Ich entdecke Fotomotive ohne Ende. Mit meiner großen Vorfreude auf Dich habe ich echt tolle Perspektiven gefunden!
Es war ein Weg den ich genießen konnte. Frühlingssonne und überall ein spürbares Erwachen.

Am Tagungsort erwartete mich ein sehr interessantes Programm. Die Zeit verging wie im Flug und plötzlich war die Zeit da, dass ich mich auf den Weg zum Treffpunkt machen musste. Die nächsten 3,5 km. Der Weg zu Dir. Die letzten zwei Kilometer leicht bergauf. In der Mittagssonne. – Für Dich ist mir kein Weg zu weit oder zu mühsam… 😉

Ein wenig vor der Zeit am Treffpunkt.

Ich schicke Dir kurz eine Nachricht, dass ich da bin und draußen warte. Und Du antwortest, dass Du gleich kommen wirst. Mein Herz schlägt schneller.
Wie so oft und immer noch: Amelie, ich habe wieder Schmetterlinge im Bauch.
Du biegst auf den Parkplatz ein, siehst mich und ich sehe, wie Du mir zuwinkst und Dich freust. Du strahlst! Ich hatte selten das Gefühl, mit soviel Freude empfangen zu werden! Mein erstes Danke an Dich.

Du steigst aus, lächelst mich an. Ich nehme Dich in den Arm und drücke Dich ganz fest an mich. Ich schließe die Augen, spüre die Wärme der Sonne und sauge den Geruch Deiner Haare auf. Du lächelst mich an und schlägst vor, dass wir einen Kaffee bzw. einen Milchshake auf die Hand nehmen und ein wenig im Wald hinterm Burgerladen spazieren gehen. Ich habe Dir in letzter Zeit ja öfters geschrieben, wie sehr ich mir Deine Nähe beim spazieren gehen wünsche und Du scheinst mir heute diesen Wunsch erfüllen zu wollen…

Gesagt, getan, und wir laufen mit Kaffee und Shake los. Und wir reden, und wir lachen, und wir laufen. Bleiben stehen und umarmen uns. Du scheinst über das, was im Moment geschieht, genauso glücklich zu sein, wie ich. Und ja, bei diesem Gedanken spüre ich, wie meine Augen so ein ganz kleines bisschen feucht werden.

Was mich immer und immer wieder fasziniert: Wir sehen uns, und jeder von uns liegt vor dem Anderen, wie ein offenes Buch. Haus, Wohnung, Arbeit, Kinder, die Natur um uns, und ganz viel unsere Gefühle – irgendwie scheinen uns die Themen zuzufliegen. Wir suchen uns hinter dem Wäldchen einen Platz zum sitzen. Reden. Berühren. Streicheln. Der Blick in Deine Augen. Und wie immer habe ich das Gefühl, in Dir zu versinken. Fast eine Stunde, bis wir uns entschließen zurück zu laufen, um noch einen Kaffee zu trinken. Dazu hatten wir uns ja verabredet.

Auf dem Rückweg durch den Wald laufen wir eng aneinander geschmiegt. Ich umfasse Deine Hüfte, berühre Deinen Hintern. Du umfasst mich ebenfalls, und mir wird heiß und kalt… Wir bleiben stehen, umarmen uns, ich streiche Dir Dein Haar aus dem Gesicht, klemme die Haarsträhne hinter Dein Ohr. Wir schauen uns tief in die Augen, unsere Lippen berühren sich. Vorsichtig. Zärtlich. Und irgendwie würden wir jetzt beide gern weiter machen… Hach! Wir trennen uns, weil wir heute vernünftig sein wollen. Weichen auf dem Waldweg den hin und wieder entgegenkommenden Autos aus. Wo die wohl alle hin wollen?

Unsere Finger berühren sich, meine Hand sucht Deine, Deine sucht und findet meine und wir laufen händchenhaltend und redend und lächeln zurück. Ich empfinde unglaublich viel Glück. Ich schätze, wir geben das Bild eines frisch verliebten jungen Paares. So fühle ich mich auch. Trotz meiner knapp 55 Jahre. Und wenn ich Deinen Gesichtsausdruck richtig deute, fühlst Du ähnlich…

Das ist einfach nur verrückt! Oder?

Ein Kommentar zu „Ein Tag wie ein Geschenk

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