Dann lass uns einfach gemeinsam verrückt sein!

…Irgendwie scheint es irreal. Ein Blick, ein Lächeln, ein „Hallo“, eine lange Umarmung und plötzlich steht alles auf Null, auf Anfang, Neubeginn.

Ein weiteres Phänomen. Verzeihen, Schmerz vergessen, das Erwarten was kommt, und über allem ein wohliges Gefühl und von Null auf „Schmetterlinge im Bauch“ in wenigen Augenblicken – das habe ich bisher nur bei Amelie, dieser für mich so besonderen Frau, so erlebt.

Wir bezogen unser Zimmer. Kaffee und Erfrischungsgetränke zum Ankommen. Und ersts Erzählen über die vergangenen Monate. Vorsichtig, abtastend. Ich wollte sie mit Nachfragen nicht unter Druck setzen, sie wusste, dass ich gelitten hatte und wollte das nicht weiter verstärken. Deshalb war ich dankbar, dass wir uns recht schnell in den Armen lagen.

Wie ich all das vermisst hatte! Ihr Anblick, die Hüllen fallen. Die ersten zärtlichen Berührungen. Ich streichle ihr Haar, küsse vorsichtig ihren Hals. Unsere Lippen suchen und finden sich. Diese warmen, weichen Lippen. Wahnsinn! Alle meine Sinne waren auf Empfang…

Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, nur so viel. Die ersten 20 Minuten waren ein Feuerwerk von überbordenden Gefühlen! Auf beiden Seiten. Das fasziniert mich, als denjenigen, der immerzu denkt und abwägt: der Kopf war ersteinmal aus, die Zeit nur mit Zärtlichkeiten, Berührungen und Sinneseindrücken gefüllt. Nur Amelie und Raphael. Wahnsinnsküsse, Körperkontakt, sich immer schneller steigernde Begierde. Losgelöst von dem was war und dem was werden wird. Wie ich diese Momente mit ihr genieße!

Dann lagen wir ziemlich atemlos nebeneinander, die Gedanken fanden wieder ihren Weg ins hier und jetzt, ich begann vorsichtig, die Lage zu erkunden. Wie geht es ihr in ihrem normalen Leben, und warum war sie für mich so lange nicht greifbar?

Ein weiteres Mysterium: Habe ich, wenn wir uns nicht sehen und sprechen, immer das Gefühl, dass sie Fragen nicht beantworten möchte, mich aus ihrem Leben heraushalten möchte, so empfinde ich sie, wenn wir persönlich beieinander sind, als unglaublich offen. Ich bekomme auf Fragen ohne Zögern Antworten, nichts scheint peinlich oder Tabu. Nur macht genau diese Situation mir Probleme. Ich möchte die wenigen schönen Momente unseres Zusammenseins nicht mit all den tausend Dingen und Fragen belasten, die mir sonst so regelmäßig Kopfschmerzen bereiten. Das mag keine gute Strategie sein, aber dafür ist mir die Harmonie des Momentes zu wichtig.

Trotzdem beschäftigt mich das Gewesene und ich erzähle ihr von meiner Angst, das sie mich nach diesem Treffen wieder mich selbst überlassen könnte. Sie schaut mich ganz lieb an und ist irgendwie traurig. Ich wisse ja, meint sie, dass sie Angst davor habe mir weh zu tun, weil sie mir das, was ich erwarte nicht zu geben vermag. Und dass sie nach wie vor genauso ihrer großen, unerfüllten Liebe nachhängt, wie ich versuche, ihre Liebe zu gewinnen. Und das auch der Grund sei, dass sie immer wieder den Kontakt zu mir unterbricht, damit ich Abstand gewinnen können. Und dass sie mich auch ganz doll mag…

Ich schildere ihr meine Gefühle und formuliere den Wunsch, dass sie mich bitte „in ihrem Leben behalten“ möge. Wie auch immer. Und ich meine etwas flapsig, dass ich auch verstehen könne, dass sie mich für verrückt hält.

Sie lacht und meint nur, dass sie selbst das auch oft gesagt bekäme.

Wir schauen uns tief in die Augen, umarmen und ganz fest und ich sage: „Dann lass uns einfach gemeinsam verrückt sein!“ Lachend und mit Tränen in den Augen bleiben wir eng umschlungen liegen. Dann Stille. Dann sagt sie: „weißt Du, dieser Satz wird mich ewig begleiten… Dann lass uns einfach gemeinsam verrückt sein!“

Wir hatten danach noch viele zärtliche un wilde Momente miteinander, redeten noch viel über uns, unsere momentanen Lebenssituationen und – was ich toll fand – darüber, wie ich „in ihrem Leben bleiben“ könnte…

Amelie erklärte mir noch, dass sie Anfang des Jahres ihren uralten Mobilfunkvertrag hatte auslaufen lassen und dabei irgendwie viele ihrer Telefonnummern verloren hatte. Darunter auch meine. Sie bat mich, dass ich ihr meine Nummer nochmal auf das Präsent, dass ich ihr mitgebracht hatte, zu schreiben. Sie würde mir dann eine Nachricht schicken, spätestens morgen früh, wenn der mitgebrachte Honig auf ihrem Tisch stände.

Jetzt warte und hoffe ich!

Wieder einmal! 😉

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