Abwärtsspirale

Wie sehr ich dieses Gefühl hasse: Ich balanciere, der Abgrund schreckt mich nicht. Immer Schritt für Schritt. Egal woher der Wind weht.

Dann begegnest Du dem Menschen wieder, dem Du Dein aktuelles Leben schon einige Monate unterordnest, weil während der Zeit in der man sich nicht sehen konnte auch die Kommunikation gegen Null ging. Und die Du doch vermisstest, wie keinen Menschen vorher. Bis zu der Mitteilung, die Dich aus der Bahn warf. Die Dich tief berührte, Zweifel in Dir auslöste und die Dein „altes Leben“ in Frage stellte. Und mit der Du ganz alleine klar kommen musstest, weil kein Treffen, kein Gespräch mit ihr zustande kam. Anderen wolltest Du Dich nicht anvertrauen…

Nun, nach zwei kurzen Begegnungen voller Glück, diese Nachricht. „Aber ich war doch ein wenig enttäuscht über die Wertschätzung meiner Person…“ Sie empfindet, dass ich sie nicht wertschätze. Ausgerechnet ich, der sich Monate vor Sehnsucht verzehrte, der sein Leben ein stückweit schleifen ließ, als keine Begegnung möglich oder gewollt war, der, der mit Worten und mit Bildern auf die Entfernung versuchte, in ihrer Nähe zu bleiben, sie nicht zu verlieren. Der versuchte sie zu verstehen und immer noch versucht…

Aber es sind unterschiedliche Sichten auf „die Beziehung“, unterschiedliche Ausgangspositionen, unterschiedliche Auffassungen über das was war und ist und sein wird.

Mein Gefühl hat getrogen und ich bin voller Illusionen los gelaufen auf dem Seil überm Abgrund. Jetzt kam der Stoß, zu einem Zeitpunkt, an dem ich mich wieder begann sicher zu fühlen, sich Gedanken sortierten und mein Leben wieder Spaß zu machen begann. Tja, immer wenn Du denkst, es geht voran…

Ich weiß, dass sie nicht Schuld ist an dem Dilemma. Vielmehr waren es meine Gedanken, die uns an diesen Punkt geführt haben. Und ich allein muss meine Gedanken neu ausrichten. Entweder beginne ich, die Realität zu akzeptieren und fange mich, oder ich stürze. Und dann zu hoffen, dass sie mir das Sprungtuch gespannt hält, dafür fehlt mir im Moment die Fantasie.

Tja, ist das jetzt ein „Jammerbeitrag“? Ich denke nicht. Aber meine Gefühle überfordern mich im Moment. Was ich keinesfalls missen möchte sind Amelie’s himmlische Küsse und ihre Nähe. Die Vorstellung all das nicht mehr zu haben, lässt mich innerlich heiß/kalt erschaudern. Ziemlich verrückt…

Gerade kam die Post und brachte mir meinen bestellten Gedichtband von Hilde Domin: „Nur eine Rose als Stütze“. Darin Worte und Texte, die mir Mut machen. Vielleicht falle ich ja gar nicht…?

Ich setzte den Fuß in die Luft,

und sie trug.

Ein Kommentar zu „Abwärtsspirale

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s